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Zahlen und Fakten zur Bildung in Deutschland
Soziale Herkunft spielt in Deutschland eine besondere Rolle
Die soziale Herkunft ist entscheidend für eine erfolgreiche Schullaufbahn. Auch bei gleichen Noten haben Kinder aus sozial schwachen Familien wesentlich geringere Chancen auf ein Gymnasium versetzt zu werden als der Nachwuchs der Oberschicht. Kinder von Facharbeitern haben eine 3,3 mal niedrigere Chance als Kinder von Spitzenmanagern. Die geringsten Möglichkeiten hat der Nachwuchs von un- und angelernten Arbeitern. Die Benachteiligung setzt sich auf der Hochschule fort.
Chronischer Lehrstellenmangel - Akuter Fachkräftemangel
Die Wirtschaft klagt über den Fachkräftemangel. Doch gleichzeitig findet die Hälfte der bei den Arbeitsagenturen als Ausbildungssuchende gemeldeten jungen Menschen keine Lehrstelle (2009). Besonders schwer haben es Jugendliche mit oder ohne Hauptschulabschluss sowie junge Menschen mit Migrationshintergrund.
Schlechte Karten für Hauptschüler
Kurzübersicht zur Ausbildungsplatzsituation
Der Berufsbildungsbericht 2009 des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (pdf-Download)
Zuwandererkinder: Schlechte Chancen auch mit gutem Abschluss
Ein Hochschulstudium hängt auch vom Geld ab
Finanzielle Gründe spielen eine wichtige Rolle beim Studienverzicht. Ein weiteres Problem ist die geschlechtertypische Segregation: Junge Frauen sind in zukunftsträchtigen technischen Studiengängen deutlich unterrepräsentiert und werden vor allem in unterbezahlten traditionellen Frauenjobs ausgebildet.
Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) bemängelt in ihren Bildungsindikatoren 2008 die geringe Akademikerquote in Deutschland. Der Anteil der Hochschulabsolventen je Jahrgang ist von 1995 bis 2007 nur von 14 auf 23 Prozent gestiegen. Im OECD-Durchschnitt lag die Quote 2007 hingegen bereits bei 39 Prozent. Die niedrigen Studienanfängerzahlen lassen darauf schließen, dass vorerst keine Besserung in Sicht ist. In Deutschland begannen 2007 knapp 34 Prozent eines Altersjahrgangs ein Studium, während es in den OECD-Ländern im Schnitt bereits 56 Prozent waren.
Kosten schrecken vom Studium ab
Warum verzichten Studienberechtigte auf ein Studium? HIS-Umfrage von 2006.
Weiterbildung: Deutschland hinkt hinterher
Bei der Weiterbildung hinkt Deutschland anderen europäischen Ländern hinterher. Laut des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) nahmen 2005 lediglich 30 Prozent aller deutschen Beschäftigten an betrieblichen Weiterbildungskursen teil. Im EU-Durchschnitt waren es 33 Prozent, in Frankreich und Schweden sogar 46 Prozent.
Unternehmen investieren weniger ins Know-how (Böckler Impuls 8/2008 > Forschung)
Warum es bei der Weiterbildung hakt (Böckler Impuls 13/2009)
Die meisten OECD-Länder investieren mehr in die Bildung als Deutschland
Deutschland investierte 2006 nur 4,8 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts in Bildungssysteme und liegt damit im Ländervergleich auf Platz 24 von 28 OECD-Staaten mit vergleichbaren Daten. Der OECD-Mittelwert lag bei 6,1 Prozent. Besonders niedrig sind die Ausgaben für den Primar- und den Sekundarbereich. Bei der tertiären Ausbildung liegt Deutschland etwas über dem Durchschnitt.