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Spezialbegriffe rund um die Bildung


Ausbildungspakt

2004 haben Bundesregierung, Gewerkschaften und Arbeitgeber den "nationalen Pakt für Ausbildung" für die Dauer von drei Jahren geschlossen. 2007 wurde er um weitere drei Jahre verlängert. Ziel ist, mehr Ausbildungsplätze zu schaffen und so mittelfristig dem drohenden Fachkräftemangel vorzubeugen. Auch Jugendlichen mit schlechteren Vermittlungschancen soll der Einstieg in die Ausbildung und ins Berufsleben eröffnet werden.

Ausbildungsplatzumlage

Nach Ansicht der Gewerkschaften sollen sich Betriebe, die nicht ausbilden, mindestens an den Ausbildungskosten beteiligen. Vorbild für die Ausbildungsplatzumlage ist der Baubereich.
Betriebe, die nicht durch Branchenfonds oder Tarifverträge gebunden sind, können zum Beispiel in einen Ausbildungsfonds bei der jeweiligen Berufsgenossenschaft einzahlen. Daraus sollen dann vor allem betriebliche sowie zusätzliche außerbetriebliche Ausbildungsplätze und Ausbildungsverbünde finanziert werden.

Bologna-Prozess

Der Bologna-Prozess wurde 1999 vom Ministerrat der Europäischen Union (in der Zusammensetzung der Bildungsminister) initiiert. Ziel ist, einen europäischen Hochschulraum zu schaffen. Neben dem Anrechnungssystem für absolvierte Studienleistungen "European Credit Transfer System" (ECTS) soll ein zweistufiges System von Studienabschlüssen eingeführt werden, und zwar Bachelor und Master. Die Mehrheit der Bachelor- und Masterstudiengänge wurden in Deutschland neu entwickelt, andere entstanden bei der Reform bereits vorhandener Studiengänge.

Europäisches Leistungspunktesystem für die Berufsbildung ECVET

ECVET steht für "European Credit System for Vocational Education and Training". Es soll dazu dienen, schulische Lernleistungen und berufliche Erfahrungen in der Europäischen Union (EU) vergleichbar und übertragbar zu machen. Ziel ist, die gegenseitige Anerkennung von Lernabschnitten und Abschlüssen in der EU. Gefördert soll dadurch auch die Mobilität in Europa.
Die nationalen Ausbildungswege werden in Einheiten (zertifizierbare Teile einer Gesamtqualifikation, beschrieben als Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen)
geteilt, die dann mit Kreditpunkten bewertet werden. Damit die Kreditpunkte europaweit übertragbar sind, wird ein europaweiter Vergleichsmaßstab geschaffen. Der "European Qualification Framework" (EQF) soll für die Berufs-, Hochschul- und Weiterbildung gelten und die Übergänge zwischen ihnen erleichtern.
Die Einführung des ECVET wurde 2002 von den EU-Bildungsministern (Ministerrat) in Kopenhagen initiiert und wird auch als Kopenhagen-Prozess bezeichnet.

Eingliedriges oder integriertes Schulsystem

Damit ist die Gesamtschule gemeint. Beim mehrgliedrigen Schulsystem werden die Kinder nach der vierten Klasse in Haupt- und Realschule sowie Gymnasium aufgeteilt. In der Gesamtschule lernen sie dagegen bis zur zehnten Klasse gemeinsam.

Kompetenzentwicklung

Der schnelle ökonomische und technische Wandel führt dazu, dass kaum noch absehbar ist, welche Qualifikationen künftig gebraucht werden. Lebenslanges Lernen wird immer wichtiger. Das kann aber kaum noch über formale Weiterbildungsangebote (Kurse, Seminare) ermöglicht werden. Entscheidend für die Berufslaufahn sind nicht-formal und informell - also ohne Lehrintention - erworbene Fähigkeiten, zum Beispiel am Arbeitsplatz oder bei ehrenamtlichen Tätigkeiten. Hinzu kommt, dass Arbeitnehmer in der Lage sein müssen, ihre Weiterbildung selbst zu organisieren. Benötigt werden Schlüsselqualifikationen, zum Beispiel die Fähigkeit zur Problemlösung, Selbstständigkeit, Koordination und Kommunikation. Bei der Kompetenzentwicklung geht es somit nicht nur um neue Qualifizierungsinhalte, sondern auch um neue Formen des Wissenserwerbs. Die Kompetenzentwicklung geht "von einem umfassendem Verständnis von Qualifizierung, Wissenserwerb und lebenslanger Lernfähigkeit aus" (Baethge, 2003).

Lissabon Strategie

Auf dem Gipfeltreffen des Europarats 2000 wurde vereinbart, die Europäische Union in den kommenden zehn Jahren zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten, wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt zu machen, der fähig ist, dauerhaftes Wirtschaftswachstum, mehr und bessere Arbeitsplätze und größere sozialen Zusammenhalt zu erzielen. Ein einheitlicher Bildungs- und Beschäftigungsraum soll geschaffen werden. Die Staats- und Regierungschefs haben diesbezüglich eine Modernisierung der Bildungssysteme vereinbart. 2002 haben sie zudem das Ziel formuliert, dass Europa bis zum Jahr 2010 weltweit führend in Bezug auf die Qualität seiner Bildungssysteme sein soll. Das soll durch verschiedene Reformen der Allgemein- und Berufsbildung erreicht werden, zum Beispiel das Einführen eines Kreditpunktesystems für Berufs- und Hochschulbildungsgänge.

PISA

Die internationale Schulleistungsstudie PISA (" Programme for International Student Assessment") ist Teil des Indikatorenprogramms INES ("Indicators of Educational Systems") der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Sie wird seit 2000 alle drei Jahre in den meisten OECD-Mitgliedsstaaten durchgeführt.
15-jährige Schüler werden in den Bereichen Leseverständnis, Mathematik und Naturwissenschaften getestet. Ziel des Projekts ist, den teilnehmenden Ländern Indikatoren für Wissen und Fähigkeiten ihrer Schüler zur Verfügung zu stellen und damit Verbesserungen anzuregen.

PIRLS / IGLU

Die Abkürzung PIRLS steht für "Progress in International Reading Literacy Study". Auf Deutsch: Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung (IGLU). Damit wird in verschiedenen Ländern das Leseverständnis von Schülern der vierten Klasse getestet.
Die Studie "PIRLS / IGLU 2006" ist von der "International Association for the Evaluation of Educational Achievement" (IEA) gemacht worden.
Bei der national erweiterten IGLU-E 2006 werden in Deutschland Rechtschreib-Kenntnisse getestet. Es sollen aber auch Erkenntnisse gewonnen werden unter anderem zu Ganztagsschulangeboten, dem Nutzen neuer Medien in der Schule und der sozialen Herkunft der Schüler.