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Alterssicherung

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Fakten zur Alterssicherung

Immer mehr Alte

Der Anteil der älteren Menschen in der Gesellschaft erhöht sich ständig. 2006 hatten 19,4 Prozent der deutschen Bevölkerung das gesetzliche Rentenalter von 65 Jahren überschritten. Zehn Jahre später werden es nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes bereits 21,3 Prozent sein; im Jahr 2050 dann 33,2 Prozent.

Rente mit 67

Das gesetzliche Rentenalter soll auf 67 Jahre angehoben werden. Das beschloss der Bundestag am 9. März 2007. Von 2012 bis 2029 soll das Renteneintrittsalter schrittweise angehoben werden; für Geburtsjahrgänge ab 1964 gilt die Neuregelung voll. Ausnahme: Wer 45 Jahre Rentenbeiträge bezahlt hat, kann auch künftig mit 65 abschlagsfrei in Rente gehen. Bei den Zeiten zählt auch die Kindererziehung bis zum 10. Lebensjahr mit.

Beitragssatz

Ziel der Bundesregierung ist, den Beitragssatz zur Rentenversicherung unter 20 Prozent zu belassen und das Verhältnis der Beitragszahler je Rentenbezieher konstant zu halten. Umstritten ist jedoch, ob die Heraufsetzung des Rentenalters dazu führt, dass die Beschäftigten tatsächlich länger im Beruf bleiben. Falls nicht, führt die Rentenreform dazu, dass die Rente geringer ausfällt. Wer heute vorzeitig in den Ruhestand geht, muss Abschläge von 0,3 Prozent je Monat hinnehmen.

Umlageverfahren

Die gesetzliche Rentenversicherung ist in Deutschland im Umlageverfahren organisiert: Erwerbstätige erlangen durch Beiträge einen Anspruch auf Alterssicherung. Sie bauen jedoch keinen eigenen Kapitalstock auf; vielmehr werden die Beiträge an die derzeitigen Rentner ausgezahlt. Damit dieses Modell des "Generationenvertrags" funktioniert, ist es von Bedeutung, wie viele Erwerbsfähige einen Job haben - und wie viele Menschen geboren werden (oder einwandern), die dann auf den Arbeitsmarkt treten.

Leistungsempfänger

Mehr als ein Viertel der Bevölkerung bezieht eine Leistung der gesetzlichen Rentenversicherung: Mitte 2008 gab es in der Bundesrepublik 20,3 Millionen Rentnerinnen und Rentner. Die Deutsche Rentenversicherung hat Ende 2007 nach eigenen Angaben insgesamt 24,7 Millionen Renten ausgezahlt. Eine Regel-Altersrente erhielten 8,9 Millionen Versicherte. Weitere 8,4 Millionen Menschen erhielten eine Altersrente, darunter 2,3 Millionen nach Arbeitslosigkeit/Altersteilzeit und 1,3 Millionen wegen Schwerbehinderung beziehungsweise Erwerbs- oder Berufsunfähigkeit. Außerdem erhielten 5,9 Millionen eine Witwen- oder Waisenrente.

Ausgaben der Rentenversicherung

Die gesetzliche Rentenversicherung gab 2007 insgesamt 237,1 Milliarden Euro aus. Drei Viertel ihrer Einnahmen stammen aus Versicherungsbeiträgen, ein Viertel schießt der Staat zu. Der Anteil der Bundeszuschüsse steigt in den letzten Jahren- von 18,5 Prozent in 1990 auf 24,2 Prozent in 2007.

Arbeitgeber und Arbeitnehmeranteile beim Beitrag

Der Beitragssatz für die Rente liegt seit 1. Januar 2007 bei 19,9 Prozent des Bruttolohns; er wird je zur Hälfte (paritätisch) vom Arbeitgeber und vom Arbeitnehmer getragen. Der Rekord-Beitragssatz lag Mitte der 90er Jahre bei 20,3 Prozent. In den 70er Jahren lagen die Beiträge lange Zeit bei 18 Prozent. Der Anteil der Rentenausgaben am Bruttoinlandsprodukt pendelt seit den 70er Jahren immer um 10 Prozent (2005: 10,5 Prozent).

Tatsächliches Rentenalter

Das durchschnittliche Alter beim Übergang in die Altersrente steigt leicht. 2007 lag es bei 63,4 Jahren (Frauen) bzw. 63,4 Jahren (Männer). Das Alter, in dem Erwerbstätige wegen Erwerbsminderung in Rente gehen, liegt jedoch deutlich tiefer: Bie den Männern waren es 2007 bei 50,6 Jahre, bei den Frauen 49,4 Jahre.

Standard-Rente ("Eckrente")

Nach Anhebung der Altersbezüge zum 1. Juli 2009 betrug die Standard-Altersrente ("Eckrente") monatlich 1224 Euro im Westen und 1086 Euro im Osten. Die Eckrente erhält, wer 45 Jahre lang in die Rentenkasse eingezahlt hat und während seines Arbeitslebens das Durchschnittseinkommen bezogen hat. Wegen der hohen Arbeitslosigkeit und aufgrund gebrochener Erwerbsbiografien erreichen dieses Niveau nur 50 Prozent der Rentner und 5 Prozent der Rentnerinnen.

Tatsächliche Renten niedriger

Die tatsächlich ausgezahlten Altersrenten fallen niedriger aus als die "Eckrente": Männer im Osten bekamen 2007 im Schnitt 1043 Euro, im Westen 967 Euro. Für Frauen waren es im Osten 669 Euro, im Westen 468 Euro. Gründe für diese Differenz: Im Osten war die Erwerbsquote - insbesondere bei Frauen - höher als im Westen.

Rentensteigerungen

Die gesetzlichen Renten sind zum 1. Juli 2009 nominal so stark wie seit den 1990er Jahren nicht mehr erhöht worden: Im Westen um 2,41 Prozent und im Osten um 3,38 Prozent. Die Renten steigen in der Regel so stark wie die Nettolöhne. Seit 2005 gibt es zudem einen "Nachhaltigkeitsfaktor", der das zahlenmäßige Verhältnis von Leistungsbeziehern und Beitragszahlern berücksichtigt. Dieser Faktor soll das Rentenwachstum dämpfen. Da die Zahl der Beschäftigten steigt, dreht sich die Wirkung des Faktors um - 0,3 Prozentpunkte der Rentenerhöhung 2009 gehen auf diesen Faktor zurück.

Drei Säulen der Alterssicherung

Unterschieden werden drei Säulen der Alterssicherung:

  • die gesetzliche Rentenversicherung,
  • betriebliche Altersversorgung und
  • private Vorsorge.

Da die Bedeutung der gesetzlichen Rentenversicherung zurückgeht, werden betriebliche und private Vorsorge immer wichtiger. Sie werden durch den Staat subventioniert (Riester- bzw. Rürup-Förderung).

Die Hauptlast trägt die gesetzliche Rentenversicherung (Grafik)