Jeder zweite Jugendliche ohne Ausbildung
Laut Bundesagentur für Arbeit hat sich die Lage uf dem Ausbildungsmarkt im Berufsberatungsjahr 2008/2009 trotz Krise entspannt. Dies liegt vor allem am demografischen Wandel: Die Zahl der Schulabgänger geht zurück und damit auch die Zahl der Lehrstellenbewerber. Gleichzeitig entscheiden sich immer mehr junge Menschen für das (Fach-)Abitur und gehen weiter zur Schule.
Von Oktober 2008 bis September 2009 bewarben sich 533.400 Jugendliche über die BA um einen Ausbildungsplatz. Und damit 86.600 weniger als im Vorjahreszeitraum.
Trotz der gesunkenen Zahl der Ausbildungsplatzbewerber fand gerade mal jeder zweite Bewerber tatsächlich eine Lehrstelle und trat diese auch an. Die anderen mussten sich eine Alternative suchen: Sie gehen zum Beispiel wieder zur Schule, jobben oder wurden in eine so genannte ausbildungsvorbereitende Maßnahme vermittelt. Denn nach wie vor reicht das Lehrstellenangebot nicht für alle ausbildungswilligen Jugendlichen aus:
Insgesamt wurden den Arbeitsagenturen rund 475.400 Ausbildungsstellen gemeldet, darunter waren rund 408.400 betriebliche und 67.000 außerbetriebliche Angebote.
Zudem gibt es weiterhin eine hohe Anzahl von so genannten Altbewerbern. Das sind Lehrstellensuchende, die seit mindestens einem Jahr die Schule verlassen haben. Ende September waren das 243.000 Menschen. Sie stellen nach Angaben des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) mittlerweile die Mehrzahl aller Ausbildungsplatzbewerber. Doch je älter die Jugendlichen sind, desto weniger Chancen haben sie auf dem Lehrstellenmarkt.
Redaktion Böckler-Boxen, Oktober 2009
Quellen:
Bundesagentur für Arbeit: "Positive Bilanz am Ende des Berufsberatungsjahres 2008/2009"
Infos vom BIBB zu den Altbewerbern
Ausbildungsmarktstatistiken der Bundesagentur für Arbeit