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Zuwandererkinder: Schlechte Chancen auch mit gutem Abschluss
Jugendliche mit Migrationshintergrund haben deutlich größere Probleme als Deutsche einen Ausbildungsbetrieb zu finden. Das zeigt die Schulabgängerbefragung 2008 vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB).
Nur 33 Prozent der Befragten, die sich einen Ausbildungsplatz wünschten, schafften den Sprung in eine Lehre (Deutsche: 58 Prozent). 2006 waren es noch 42 Prozent gewesen; 2005 nur 24 Prozent.
Betrachtet man die Ausbildungsbeteiligungsquote - also den Anteil der ausländischen Auszubildenden an allen ausländischen Jugendlichen - ergibt sich ein noch fataleres Bild. Sie ist von 34 Prozent im Jahr 1994 auf 23,9 Prozent im Jahr 2007 gefallen. Zum Vergleich: Die Ausbildungsbeteiligungsquote deutscher Jugendlicher lag 2007 mit 57,6 Prozent mehr als doppelt so hoch. Die Bewerberbefragung der Bundesagentur für Arbeit (BA) und vom BIBB Ende 2008 ergab: 17 Prozent der Lehrstellensuchenden mit Migrationshintergrund beginnen Kurse an der Berufsfachschule, die nicht zu einem Berufsabschluss führen oder absolvieren das Berufsgrundbildungsjahr sowie das Berufsvorbereitungsjahr. Bei den Deutschen sind es 11 Prozent. Dabei haben nach den Ergebnissen der BIBB-Übergangsstudie Jugendliche mit Migrationshintergrund nach der allgemein bildenden Schulzeit ein ebenso hohes Interesse an einer Berufsausbildung wie deutsche Jugendliche.
Auch wenn Jugendliche aus Migrantenfamilien den gleichen Abschluss aufweisen wie einheimische Jugendliche, sind ihre Chancen auf dem Ausbildungsmarkt deutlich geringer. Dies ging aus der Schulabgängerbefragung 2008 hervor: Nur 23 Prozent der bei den Arbeitsagenturen gemeldeten Zuwandererkinder mit Hauptschulabschluss, die in den letzten 15 Monaten eine Lehrstelle gesucht haben, waren erfolgreich. Bei den deutschen Hauptschülern sind es immerhin 24 Prozent. Bei den Realschülern mit Migrationshintergrund schaffen es nur 32 Prozent, in einem Betrieb unterzukommen (ohne Migrationshintergrund: 43 Prozent).
Besondere Schwierigkeiten haben Jugendliche mit türkischen und arabischen Eltern. Von ihnen begannen nach Abschluss des Vermittlungsjahres 2006 nur 20 Prozent eine betriebliche Ausbildung. Bei den Aussiedlern waren es immerhin 33 Prozent. Bei den Jugendlichen ohne Migrationshintergrund betrug der Anteil 40 Prozent. Die schlechteren Chancen der Bewerber mit türkisch-arabischem Hintergrund sind nach Angaben des BIBB zum Teil mit im Schnitt weniger guten Schulabschlüssen erklärbar. Zum Teil auch dadurch, dass sie besonders oft in Großstädten mit allgemein schwieriger Beschäftigungslage leben. Das BIBB weist jedoch darauf hin, dass diese Umstände nicht den gesamten Unterschied in den Bewerbungschancen erklären können.
Quelle: Schulabgängerbefragung 2008 des Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB).
Zur Info: In amtlichen Statistiken wird zwischen Jugendlichen mit ausländischem oder deutschem Pass unterschieden. Die BA/BIBB-Befragung bezieht dagegen auch Jugendliche mit deutschem Pass und einem im Ausland geborenen Elternteil ein.