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DGB
Recht auf Bildung für alle
Qualitätsmanagement, verbesserte Ausbildung für Erzieher und Lehrer sowie eine gesicherte staatliche Finanzierung der diversen Bildungsinstitutionen. Die DGB-Beschlüsse zur Bildungspolitik enthalten verschiedene Vorschläge, um das Bildungsniveau in Deutschland zu heben.
"Das Recht auf Bildung für alle Menschen Wirklichkeit werden lassen" - ist ein Leitgedanke der Bildungspolitik des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Einige Forderungen: Alle müssen den gleichen Zugang zu Bildung erhalten, unabhängig von sozialer Herkunft, Armut, Nationalität oder Geschlecht. Die Lehrqualität in allen Bildungseinrichtungen ist durch Qualitätsmanagement sicherzustellen. Die Übergänge zwischen den Bildungsangeboten sollen durchlässig gestaltet sein und die Möglichkeit bieten Lernen nachzuholen.
Bildung müsse früh beginnen. Notwendig sei unter anderem eine bessere Aus- und Weiterbildung von Erziehern in Kindertagesstätten. Ihre Arbeit müsse entsprechend wert geschätzt und bezahlt werden. Mehr Forschung in der Frühpädagogik und mindestens das letzte Kindergartenjahr gebührenfrei anzubieten, sind weitere Forderungen.
Bildungsschwellen abbauen: Das deutsche Schulsystem mit Haupt- und Realschule sowie Gymnasium sortiert Kinder mit zehn Jahren aus und verbaut damit Bildungschancen. Der DGB will unter anderem, dass ein gemeinsamer Unterricht bis zum Ende der Pflichtschulzeit nach skandinavischem Vorbild eingeführt wird. Kinder sollten entsprechend gefördert und begleitet werden, um die gleichen Bildungsmöglichkeiten zu erhalten.
Um den Übergang zum Berufsleben zu verbessern, solle es im Unterricht Angebote zur Arbeits- und Berufswahl geben. Mit dem Ziel, dass Jugendliche mehr über Anforderungen und Möglichkeiten der Arbeitswelt erfahren.
Ausbildung: Das Berufsbildungsgesetz müsse novelliert werden. Statt Jugendliche in Warteschleifen zu stecken, sei ihnen eine vollqualifizierte Ausbildung in Schulen anzubieten. Schulische Ausbildungszeiten müssten bei einer dualen Berufsbildung anerkannt werden. Das Erlernen von Sprachen und Auslandsaufenthalte seien zu fördern.
Eine verkürzte Lehrzeit lehnt der DGB ab. Stattdessen schlägt er vor, breit angelegte Berufe zu entwickeln, die Spezialisierungen ermöglichen. Das würde die Flexibilität und Mobilität der Beschäftigten erhöhen und dadurch ihre Arbeitsmarktchancen verbessern. Außerdem sollten Anreize geschaffen werden, damit Unternehmen mehr ausbilden. Unter anderem ein Lastenausgleich zwischen Betrieben, die ausbilden und denen, die keine Lehrstellen anbieten.
Der DGB möchte die europäische Berufsbildungspolitik aktiv mitgestalten und setzt sich insbesondere dafür ein, die Ausbildungsqualität zu erhalten.
Hochschulen: Bei den neu einzuführenden Bachelor- und Master-Studiengängen geht es dem DGB unter anderem darum, dass sie berufsqualifizierend ausgestaltet werden. Es müssten zudem ausreichend Studienplätze angeboten und die Betreuung der Studierenden sollte verbessert werden. Letzteres sei auch wichtig, um die Studienabbruchquote zu senken. Der DGB fordert außerdem ein gebührenfreies Studium, eine elternunabhängige Bildungsförderung (BAföG) und die BAföG-Reform rasch umzusetzen. Damit auch junge Erwachsene aus finanzschwachen Familien studieren könnten.
Lebenslanges Lernen: An Weiterbildung nehmen vor allem Höherqualifizierte sowie Menschen mit hohem sozialem, familiären und beruflichen Status teil. Oft muss die Qualifizierung aus eigener Tasche bezahlt werden. Der Zugang zu Weiterbildung sei unter anderem zu sichern durch Zuschüsse oder Darlehen beim Nachholen von Schul- und Berufsabschlüssen, gesetzlichen Regelungen zu Lernzeitkonten sowie deren Insolvenzsicherung und dem Erhalt des Arbeitslosengeldanspruches bei Fortbildungen.
Deutschland hinkt bei der Bildungsfinanzierung anderen Ländern hinterher. Der DGB verlangt, dass Bund und Länder endlich Ernst machen mit der Priorität für Bildung.
Quelle: Beschlüsse zur Bildungspolitik (18. Ordentlicher DGB Bundeskongress).